LaTeX

Aus Physik
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Einstieg

LaTeX ist ein Textsatzsystem - bei LaTeX schreibt man den Quellcode in reinem Text (ähnlich einer Programmiersprache) in einem beliebigen Editor und lässt diesen Text dann durch das Programm latex kompilieren. Das Ergebnis ist eine DVI-Datei (Device Independent = Geräte unabhängig), die dann in weitere, gängige Formate wie zum Beispiel Postscript und PDF konvertiert werden kann. Neben TeX und LaTeX sind auch die Neu-Entwicklungen pdfTeX und pdfLaTeX installiert, die anstelle von DVI direkt PDF erzeugen.

Besonders zum Schreiben von Protokollen und wissenschaftlichen Texten mit vielen Formeln ist LaTeX sehr gut geeignet. Die meisten Scripte der TU-Graz sind mit LaTeX geschrieben. Um sich mit Latex zurechtzufinden braucht man ungefähr einen halben Tag; der Aufwand lohnt sich allerdings.

Es gibt eine für Laborprotokolle und vermutlich auch Diplomarbeiten völlig ausreichende LATEX2e-Kurzbeschreibung im Internet - wenn sie alle Möglichkeiten von LATEX nutzen möchten, konsultieren sie zusätzlich die TEX-FAQ und die übrigen Resourcen unter [[1]]

Eine Community zu LaTeX innerhalb der TU Graz findet man unter anderem bei LaTeX@TUG.

Ein LaTeX Beispiel

Im Rahmen des Projekts "Multimediale Lehre an der TU Graz" und dem TeachCenter haben wir ein Beispieldokument erstellt - es soll eine Zusammenfassung bewährter Methoden im Umgang mit LaTeX bieten.

Editoren

Neben den klassischen Editoren vi, emacs mit der Erweiterung aucTeX und der KDE-Programm Kile ist das Programm lyx als LaTeX-Frontend installiert; dies soll ungefähr dem Scientific Workplace ohne Maple entsprechen.

Sie können eine gut getestete Emacs-Konfiguration kopieren; dazu führen Sie bitte das Kommando cp /etc/skel/.emacs ~ aus.

LaTeX kompilieren, konvertiern, ansehen, drucken

Kompilieren

Mit

$ latex <dokument.tex>

wird eine Datei dokument.dvi erzeugt.

Konvertieren

Um eine dvi-Datei in ein PDF oder ein PS umzuwandeln:

$ dvipdf <dokument.dvi>

oder

$ dvips <dokument.dvi>

Ansehen

DVIs öffnet man mit dem Befehl

$ xdvi <dokument.dvi>.

PDFs werden wie gewohnt mit

$ acroread <dokument.pdf>

und ps-Dateien mit

$ gv <dokument.ps>

geöffnet.

Drucken

Um kompilierte Dateien zu drucken, sind sie entweder in ein PS oder PDF zu verwandeln. DVIs können nicht direkt gedruckt werden. Wie ps- und pdf-Dateien gedruckt werden können, ist auf der Seite Drucken zu finden.

Erzeugen von PDF aus LaTeX

Der Befehl

$ pdflatex <dokument.tex>

erzeugt direkt eine PDF-Datei.

Mit pdfLaTeX können sie qualitativ sehr gute Dokument im Portable Document Format erzeugen; entfernen Sie am Besten alle Pakete, die Schriften einbinden (außer PostScript) fügen Sie folgende Zeilen in ihr LaTEX-Dokument ein:

\usepackage[colorlinks,backref,pagebackref,pdfstartview=FitH]{hyperref}
\hypersetup{
  pdftitle={Titel ihres Dokumentes},
  pdfauthor={Autorennamen},
  pdfsubject={Kategorie},
  pdfkeywords={Stichworte}
  urlcolor={blue},
  pagecolor={blue},
  linkcolor={blue}
}

Der wichtigste Vorteil von pdfLaTeX ist, daß interne Verweise (Abbildungen, mathematische Formeln, Abschnitte im Text, Literaturverweise, ...) als klickbare Links im PDF stehen.


Erzeugen von HTML aus LaTeX

Übersetzen Sie ihr LATEX-Dokument mit Übersetzen Sie ihr LATEX-Dokument mit

$  latex2html -split +1 -html_version 4.0,math -auto_prefix <datei.tex>;

Ihre HTML-Dateien finden sie danach im Directory <datei>.

Bilder in LaTeX Dokumente einbinden

Verwenden sie nie das Paket EPSFIG, denn das ist seit etwa 1994 völlig veraltert und nur mehr vorhanden, damit ältere Dateien noch bearbeitet werden können. Verwenden Sie stattdessen

$ \usepackage{graphicx}
$ \includegraphics[optionen]{bild}

Eine Anleitunng zum zum Einbinden von Bildern finden Sie unter http://www.ctan.org/tex-archive/info/epslatex.pdf.

Im Computerraum Physik und am Institut steht eine Skript LaTeX-pictures zur Verfügung, das mit Bildern in den Formaten EPS, JPG und PNG umgehen kann. Die Bilder werden jeweils so konvertiert, daß sowohl LaTeX, pdfLaTeX und latex2html damit sinnvoll arbeiten können. Details dazu stehen in userem Beispieldokument zum Projekt "Multimediale Lehre" unter http://itp.tugraz.at/MML/beispiel/beispiel/ im Abschnitt "Verwenden von Bildern".

Literaturbearbeitung

Literatur-Zitate können mit BibTeX automatisch in den Text eingearbeitet werden.

Der Editor emacs bietet neben seiner hervorragenden Unterstützung für LaTeX auch einen recht komfortablen BibTeX-Modus.

Das Programm pybliographer bietet eine grafische Benutzeroberfläche und eine eher an Datenbanken angelehnte Sicht auf ihre Literatursammlung und ermöglicht den Import und Export von Dateien in den Formaten BibTeX, Medline und Refer; außerdem Export in HTML-Listen.

Korrektur von Tippfehlern

Zur Korrektur Ihrer Texte können Sie das Programm ispell verwenden. Für LaTeX Texte rufen Sie es als ispell -t auf. Mit der Option -d 'sprache' können sie ein Wörterbuch wählen. Neben der Voreinstellung english stehen deutsch und german (Deutsch nach den neuen Rechtschreibregeln von 1998) zur Verfügung.

Ich verwende für die Rechtschreibkorrektur deutschprachiger LaTeX-Dateien in der Codierung ISO-8859-1 (Zeichensatz für west-, mittel- und nordeuropäische Sprachen; Standardeinstellung für alle Windows und Unix-Computer am Institut) den Befehl

$ ispell -C -S -T latin1 -t -d deutsch beispieltext.tex
$ aspell -S -t -d deutsch -c man-user.tex

Präsentationen mit LaTeX

Um Bildschirmpräsentationen zu erstellen, eignen sich folgende Pakete:

Wo TeX/LaTeX noch vorkommt

Die Latex-Bibliotheken werden von vielen Systemen unterstützt. Auch von dieser Wikipedia Site!


f(n) = \begin{cases} n/2, & \mbox{if} \;\; n \;\;\mbox{is even} \\ 3n+1, & \mbox{if} \;\; n \;\; \mbox{is odd} \end{cases}

Und so sieht dieser Code zu diesem Ausdruck aus:


<math>
f(n) = \begin{cases} n/2, & \mbox{if} \;\; n \;\; \mbox{is even} \\ 3n+1, & \mbox{if} \;\; n \;\; \mbox{is odd} \end{cases}
</math>

Mehr über LaTeX im Media Wiki: Help:Formula

Auch Matlab unterstützt teilweise die mathematischen Umgebungen von LaTeX; etwa bei der Beschriftung von Plots.

Mathematica und Maple ermöglichen es, Ihre Ergebnisse in TeX-Notation auszugeben.

Manuals

Online Manuals

Online-Katalog aller Pakete und Tools: Latex-Katalog

Eine kurze Einführung: LaTeX2e-Kurzbeschreibung

Eine kurze Einführung hat Daniel Tscharnuter geschrieben: LaTeX-Einführung

Sehr zu empfehlen ist auch LaTeX@TUG hier gibt es eine ausführlichere Anleitung mit Latex Vorlagen.

Von der Institutssite: LaTeX im Computerraum

Mathematik-Einführung für LaTeX: Mathematik mit LaTeX (pdf)

Lokale Manuals

  • /usr/share/doc/texmf/index.html
  • /usr/share/doc/texmf/latex/latex2e-html/index.html

Links

Vorlagen für schriftliche Arbeiten

Die FH Hagenberg bietet neben Vorlagen für schriftliche Arbeiten gleichzeitig auch eine sehr schöne Anleitung für Einsteiger in LaTeX an.

Problemlösungen, Tipps

Absolute Positionierung von Bildern / Textblöcken

Das leistet das Paket textpos.

Ein kleines Beispiel zur Verwendung folgt weiter unten in Foto einfügen.

Lebenslauf mit europecv

Die europäische Kommission hat kürzlich Richtlinien für Lebensläufe herausgegeben, stellt jedoch nur Word-Vorlagen zur Verfügung. europecv ist eine nicht-offizielle LaTeX-Klasse, mit der man einen europäischen "Normlebenslauf" ähnlich wie mit den Klassen cv, currvita, usw. erstellen kann.

Das Paket und Dokumentation findet man z.B. hier
Für Windows-User ist das Paket in der aktuellen MikTex-Version enthalten.

Falls es jemanden stört, dass der Lebenslauf mit "Europäisches Lebenslauf-Muster" betitelt ist, so lässt sich das am Begin des Files ecvLA.def ändern, wobei LA für die Sprachkennung (zwei Kleinbuchstaben) steht.

Foto einfügen

Dies ist in europecv nicht vorgesehen, weshalb man sich z.B. mit textpos behelfen muss. Hier ein Vorschlag für die Benutzung, sodass das 40mm breite Bild oben und rechts mit dem Text abschließt:

\documentclass[german,helvetica,openbib,noflag]{europecv}
\usepackage[a4paper,top=1.5cm,left=1.5cm,right=1.5cm,bottom=2.5cm]{geometry}
[...]
\usepackage[absolute]{textpos}
\setlength{\TPHorizModule}{1mm}
\setlength{\TPVertModule}{\TPHorizModule}
\textblockorigin{0mm}{0mm}

[...]

\begin{document}

\begin{textblock}{40}(150,18)
  \includegraphics{pic_hi}
\end{textblock}

Präsentation mit der Dokumentklasse beamer

Mit beamer lassen sich schnell und einfach sehr ansprechende Präsentationen generieren. Der (Minimal-)Ablauf ist folgender:

  • Dokumentklasse beamer verwenden
  • Eines der zahlreichen vorgefertigten Layouts auswählen
  • Farbschema auswählen
  • Folien erstellen (mit \frame{...} )
  • Grobeiteilung innerhalb einer Folie mit Blöcken ( \begin{block} ... \end{block} )
  • Zeitliche Abfolgen innerhalb einer Folie (wie z.B. Elemente nacheinander einblenden) mit \pause

Eine Einteilung mit \section usw. ist möglich. Diese kann auch angezeigt werden, wobei das aktuelle Kapitel hervorgehoben wird.

Das Betrachten über DVI funktioniert nur bedingt, am Besten gleich pdf erzeugen und dieses anschauen.

Eine kurze Einführung samt Bildern von drei Layouts findet sich hier


Gibt es außer LaTeX noch was

Wir haben einige Textbearbeitungsysteme installiert, die mit mehr oder weniger Erfolg MicroSoft Office nachahmen: